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Das Besucherzentrum Kommando Spezialkräfte, ein langgestreckter einschössiger Holzbau mit Satteldach und dunkler Fassade

Staatliches Hochbauamt Karlsruhe

Besucherzentrum Kommando Spezialkräfte, Calw

Das Besucherzentrum Kommando Spezialkräfte (KSK) in Calw bietet Informationen und Ausstellungen über die militärische Spezialeinheit KSK. Konzipiert als Ort der Begegnung für die Öffentlichkeit mit der Bundeswehr, soll das neue Besucherzentrum größtmögliche Transparenz schaffen und den Dialog fördern. Das Staatliche Hochbauamt Karlsruhe hat den Neubau in sehr kurzer Bauzeit realisiert. Das Material der Wahl: Holz.

Eingangsbereich
Die Holzfassade verändert je nach Lichteinfall ihre Anmutung

Am 20. September 2022 – dem Tag seiner Gründung vor 26 Jahren – ­ eröffnete das KSK das Besucherzentrum an seinem Standort Calw bei der Graf-Zeppelin-Kaserne. Die Einrichtung ist Teil der Informationsoffensive der Bundeswehr, die auf Kommunikation und Transparenz setzt.  

Die Graf-Zeppelin-Kaserne liegt am Übergang eines Gewerbegebiets zur Landschaft des Calwer Heckengäus und ist unzugängliches militärisches Sperrgebiet. Auf einer kleinen bundeseigenen Restfläche vor den Toren der Liegenschaft bot sich der Bundeswehr die Gelegenheit, das Besucherzentrum außerhalb des Sicherheitsbereiches öffentlich zugänglich anzuordnen.

Ambitionierte Zielvorgaben

Der Zeitrahmen zur Realisierung des neuen Besucherzentrums war äußerst ambitioniert: Die Bundeswehr hatte für das Projekt – von der ersten Idee bis zur Übergabe des bezugsfertigen Gebäudes – einen Zeitraum von lediglich 12 Monaten vorgesehen. Für das Bundesbau-Team bedeutete dies "Bauen aus dem Kaltstart". Parallel zur Klärung der Ausstellungskonzeption definierte das Team im September 2020 schon die baulichen Grundlagen für das Gebäude. Planungsbegleitend konnten dann bereits im November die Freimachung des Grundstücks und die Aushubarbeiten beginnen.

Holz – der Baustoff der Wahl

Für derart eng gesetzte Terminziele bei gleichzeitig hohen Anforderungen an die konstruktive und gestalterische Qualität ist der Holzbau bestmöglich geeignet. Seine Vorteile liegen unter anderem in einem hohen Vorfertigungsgrad, in der regionalen Verfügbarkeit von Material und Know-how und nicht zuletzt in einer großen Akzeptanz bei Nutzerin und Öffentlichkeit.

Holzbauweise – regionale Tradition mit innovativen Elementen

Der Entwurf greift Merkmale der örtlichen Bautradition auf. Der gewählte Typus, ein rechteckiger Baukörper mit flach geneigtem Satteldach, großen Dachüberständen und einer dunklen Holzfassade, kommt häufig in der Region vor. Die dunkle Fassade aus schwarz gebrannten Holzleisten vermittelt den Ankommenden, dass sie im Inneren etwas Besonderes erwartet. Je nach Wetterlage und Lichtsituation verändert die Fassade ihre Anmutung. Die handwerklich hergestellte, karbonisierte Holzoberfläche der Leisten dient als dauerhafter und ökologischer Holzschutz.

Ökologischer Holzschutz durch Verkohlen

Durch das Verkohlen werden die Zellen im Holz verdichtet und wasserabweisend. Auf diese Weise wird das Holz resistent gegen Schimmel, Wasser, Fäulnis, Verwitterung und Insekten. Diese traditionell japanische Methode der Holzkonservierung, dort bekannt als „Yakisugi" oder auch "Shou Sugi Ban“, erzeugt einen effektiven Schutz, der eine Behandlung mit giftigen chemischen Holzschutzmitteln überflüssig macht.

Das Foyer ist über eine Tornische erreichbar. Der sich fließend daran anschließende Ausstellungsbereich ist geprägt vom markanten Holztragwerk des Daches. Die Wände und Holzoberflächen sind im Kontrast zur Fassade hell gehalten und wie die Installationen bewusst sichtbar und zugänglich gelassen.  

Regenerative Energieversorgung

Die Anlagenkombination aus Photovoltaikanlage, Batteriespeicher und Wärmepumpe deckt den Energiebedarf des Gebäudes zu einem Großteil vorbildlich autark und regenerativ. Überschüssig anfallende Energie wird in das Liegenschaftsnetz der Bundeswehr eingespeist. Vor dem Gebäude befindet sich eine Ladestation für Elektrofahrräder.

Meilensteine: die termingerechte Übergabe und der CH-53 Helikopter

Im Oktober 2021 konnte der Bundesbau Baden-Württemberg den Neubau termingerecht übergeben. Die engagierte Zusammenarbeit aller Beteiligten machte auch den späteren Meilenstein erreichbar: die Einbringung des tonnenschweren ersten Ausstellungsstücks im April 2022. Dem KSK gelang es in Maßarbeit und mit Fingerspitzengefühl das Heckteil des CH-53 Helikopters per Teleskoplader in den Hallenraum zu manövrieren.

Willkommen im Besucherzentrum KSK

Das Besucherzentrum KSK ist öffentlich und kostenfrei zugänglich. Der Zugang zum Besucherzentrum sowie die gesamte Ausstellung sind barrierefrei. 

Nähere Informationen zur Anfahrt und den Öffnungszeiten: Besucherzentrum Kommando Spezialkräfte.

Bauherr

Bundesrepublik Deutschland

vertreten durch

Bundesministerium der Verteidigung

vertreten durch

Bundesamt für Infrastruktur, Umweltschutz und

Dienstleistungen der Bundeswehr

vertreten durch

Oberfinanzdirektion Karlsruhe, Bundesbau Baden-Württemberg, Staatliches Hochbauamt Karlsruhe

Nutzer

Bundeswehr, Kommando Spezialkräfte (KSK)

Planung und Umsetzung

Entwurf und Projektleitung: Bundesbau Baden-Württemberg, Staatliches Hochbauamt Karlsruhe

Generalübernehmer: Holzbau Schaible GmbH, Wildberg

Ausführungsplanung und Bauleitung: Architekturbüro Kugel, Wildberg

Fachplanung HLS: Sandhas Heizung Wasser Klima GmbH, Nagold

Fachplanung Elektro: Elektro Seeger GmbH, Rohrdorf

Tragwerksplanung: Funk Ingenieurbüro für Bauwesen, Neubulach

Gebäudedaten

Bauzeit: 11/2020-09/2021

Nutzfläche: 525 m²

Bruttorauminhalt 3.360 m²

Gesamtbaukosten: 2,1 Mio. Euro