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25/11/2025

Ausstellung zeigt Entwicklungspläne für Behördenareal in Freiburg

Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) und Vermögen und Bau Baden-Württemberg planen eine Umgestaltung des Behördenareals Nord in Freiburg-Herdern. Noch bis zum 12. Dezember 2025 informiert eine Ausstellung über das städtebauliche Entwicklungskonzept. Der Bundesbau Baden-Württemberg erhielt den Auftrag für die Erarbeitung eines Gestaltungskonzept eine Mehrfachbeauftragung durchzuführen. Die Bewertungskommission sprach sich einstimmig für die Arbeit des Büros Machleidt Städtebau + Stadtplanung als Siegerentwurf aus.

Konzept von Machleidt Städtebau + Stadtplanung zur städtebaulichen Entwicklung des Behördenareals zwischen der Stefan-Meier- und Sautierstraße in Freiburg-Herdern ©Machleidt Städtebau + Stadtplanung
Projektleiter Richard Scheppat, Bundesbau Baden-Württemberg, erklärt das Ziel der Mehrfachbeauftragung
Kerstin Frisch, Leiterin Staatliches Hochbauamt Freiburg im Gespräch mit ihrer Kollegin Abteilungsleiterin Andrea Greifzu
Ole Nahrwold, Leiter Vermögen und Bau, Amt Freiburg (r.) neben Referatsleiterin Marika Sandbiller, Vermögen und Bau, Amt Freiburg Fotos: Bundesbau Baden-Württemberg

"Ziel der Mehrfachbeauftragung war es, die Potentiale des Areals auszuloten und sowohl für das Areal selbst als auch für seine Einbindung in die Stadt eine zukunftsweisende Lösung zu finden", erklärt Projektleiter Richard Scheppat, Bundesbau Baden-Württemberg. "Bei der Mehrfachbeauftragung stellen die Planungsbüros ihre Konzepte in einer Zwischen- und Schlusspräsentation vor. So entsteht frühzeitig ein intensiver Austausch mit der Bewertungskommission. Durch dieses Verfahren und die sorgfältige Betrachtung aller Parameter erzielen wir eine hohe Qualität. Der prämierte Entwurf wie auch die gewonnenen Erkenntnisse aus der Diskussion aller Beiträge bieten jetzt eine sehr gute Grundlage für die weitere Entwicklung", erläutert Architekt Richard Scheppat weiter.

Zusätzliche Flächen für Büro- und Wohnnutzungen

Fünf Planungsbüros hatten die Aufgabe erhalten, eine städtebauliche Perspektive für das 5,6 Hektar große Gesamtareal zu entwickeln: ein Behörden- und Verwaltungsquartier mit Potential zur Bündelung diverser behördlicher Einzelstandorte. Die bauliche Dichte sollte unter Berücksichtigung der Grünstrukturen und der Freiraumqualität erhöht werden, um zusätzliche Flächen für Büro- und Wohnnutzungen zu generieren. Die Planungsteams sollten dabei besonders die erhaltenswerte Bausubstanz und den wertvollen Baumbestand respektieren. Auch galt es auf hochwertige Grünräume und ein stimmiges Erschließungssystem zu achten. Ökologische und klimaschutzdienliche Aspekte waren in der Planung besonders zu berücksichtigen.

Die Jury war mit Vertreterinnen und Vertretern aus dem Gemeinderat der Stadt Freiburg, dem Stadtplanungsamt der Stadt Freiburg, der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, dem Landesbetrieb Vermögen und Bau Baden-Württemberg, dem Bundesbau Baden-Württemberg sowie freiberuflichen Architektinnen und Architekten hochrangig besetzt. Der Bürgerverein Herdern war in die Entwicklung des Verfahrens eingebunden und durch ein beratendes Mitglied ebenfalls im Preisgericht vertreten. Den Vorsitz des Gremiums führte Herr Architekt Tobias Wulf.

Großzügiger Grünraum

Der Entwurf von Machleidt Städtebau + Stadtplanung aus Berlin und Köln überzeugte die Jury besonders durch seine hohe Qualität: Durch Verdichtung und durch geschickte Ergänzungen des Bestands gelingt es, sowohl eine sehr gute Ausnutzung der Flächen zu erzielen, als auch stadträumlich wirksame, großzügige Freiflächen zu erhalten. Die Identität des Gebiets wird gewahrt und durch gezielte Eingriffe herausgehoben. Die Arbeit zeigt eine qualitätvolle Freiraumfolge mit großzügigem Grünraum rund um die ehemalige Kantine der Oberfinanzdirektion. Von diesem Grünraum und seiner Aufenthaltsqualität ist eine Wirkung über das Areal hinaus für die umgebenden Quartiere zu erwarten. Es entstehen gute Verknüpfungen zu den Nachbarschaften, die mit leichten räumlichen Versprüngen ein angenehmes Netzwerk schaffen. Der Entwurf bietet einen urbaneren Freiraum im Norden und die Nord-Süd-Verbindungen mit Erschließungspromenade parallel zur Sautierstraße sowie ein „Klimaband“ im Rücken der Wohnbebauung an der Stefan-Meier-Straße.

Teilnehmende Büros für Architektur und Stadtplanung

Neben dem Konzept von Machleidt Städtebau + Stadtplanung sind die Arbeiten folgender Büros ausgestellt:  Studio Wessendorf, Berlin; K9 Architekten, Freiburg;  Riehle Koeth, Stuttgart und allmannwappner, München.

Der in dieser Mehrfachbeauftragung entwickelte städtebauliche Rahmenplan dient nun als Arbeitsgrundlage für das sich anschließende Bebauungsplanverfahren.

Die Projektbeteiligten stehen zudem in enger Abstimmung mit der Freiburger Stadtbau. Die kommunale Wohnungsbaugesellschaft realisiert auf dem Gelände an der Stefan-Meier-Straße ein neues Wohnquartier mit 91 neue Wohnungen – davon 62 öffentlich gefördert. Die Vorbereitungsarbeiten haben hier im Oktober 2025 begonnen. Die Fertigstellung ist für das erste Quartal 2028 vorgesehen. 

Ausstellung

Die Beiträge der fünf teilnehmenden Büros werden in der Zeit vom 25.11.2025 bis 12.12.2025 in den großen Foyer-Fenstern der Mensa des Bildungszentrums der Oberfinanzdirektion Baden-Württemberg in der Sautierstraße 24a in Freiburg öffentlich ausgestellt.