Zum Inhalt springen

Staatliches Hochbauamt Baden-Baden

Pipeline, Kehl-Tübingen

Die NATO hat bereits in den frühen 60er Jahren begonnen, ein krisensicheres Pipelinenetz aufzubauen, das vom Mittelmeer aus die militärische Treibstoffversorgung der westeuropäischen Luftstützpunkte sicher stellen sollte. Dazu wurde ein Pipelinesystem von Süden über das Rhonetal bis nach Kehl und von dort nach Osten zu den jeweiligen NATO-Einsatzstützpunkten errichtet. In mehreren Bauabschnitten umfasst dieses Netz etwa 5000 km Gesamtlänge, wovon die Pipelinestrecken Kehl – Tübingen – Aalen und Bellheim – Heilbronn – Boxberg – Kitzingen auf baden-württembergischen Gebiet verlaufen. Sie werden ergänzt durch bauliche Anlagen wie Tanklager, Druckerhöhungsanlagen, Unterführungen und Schieberschächte.

Erneuerung

NATO Pipeline-Bau

Der Bau von Pipelines stellt wegen seiner technischen Besonderheiten hohe ingenieurtechnische Anforderungen an die Spezialisten in der Bauverwaltung des Landes.

Seit der Wiedervereinigung Deutschlands haben sich die politischen Spannungen im Ost-West Verhältnis abgebaut. Die Pipelines gehören dennoch zum NATO-Versorgungs-System Mitteleuropa (Central European Pipeline-System – CEPS) und sind damit Maßnahmen der Landesverteidigung. Der kontrollierte, unterirdische Transport der Treibstoffe wird heute aber auch aus ökologischen und wirtschaftlichen Gründen aufrecht erhalten.

Bis 2004 erfolgte daher unter Leitung des Staatlichen Hochbauamtes Baden-Baden die Erneuerung der vorhandenen POL-Trasse Kehl – Bodelshausen/Tübingen. Besonderheiten dieses Projektes waren die topographischen Herausforderungen einer West-Ost-Querung des Schwarzwaldes, sowie der Querung des Neckartales und der Schutz der dortigen Trinkwasserhorizonte.

Zur Vervollständigung wurde ebenfalls ab 2004 ein 80 km langes Verbindungsstück zwischen den Tanklagern Aalen in Baden-Württemberg und Leipheim-Unterpfaffenhofen in Bayern neu erstellt. Für die jeweils etwa 16 Meter breite Arbeitsfläche entlang der Trasse gingen auf voller Länge archäologische Voruntersuchungen voraus. Über dem eingebauten Rohr mit integrierter Lecküberwachung wird dauerhaft ein Streifen von sechs Metern von Bewuchs und Bebauung frei gehalten. Bauliche Besonderheiten dieses Teilabschnittes waren die Querung der Donau, der Neubau einer Station zur Kontrollbefahrung sowie die Unterfahrung und Querung zahlreicher Bundesstraßen, Eisenbahnenstrecken und Bachläufe.

Eigentümer und Betreiber der Anlagen ist die Bundesrepublik Deutschland. Diese hat die FernleitungsBetriebsGesellschaft (FBG) in Bonn mit den Aufgaben des Betriebs betraut.

Bauherr

Bundesrepublik Deutschland

vertreten durch

Bundesministerium der Verteidigung

Wehrbereichsverwaltung Süd

vertreten durch

Oberfinanzdirektion Karlsruhe, Bundesbau Baden-Württemberg, Staatliches Hochbauamt Baden-Baden

Betreiber

Wehrbereichsverwaltung Süd

mit dem Betrieb beauftragt

Fernleitungsbetriebsgesellschaft FBG

Planung und Umsetzung

Projektsteuerung: Staatliches Hochbauamt Baden-Baden

Planung Ausschreibung, Bauleitung: Kling Consult Ingenieurgesellschaft für Bauwesen, Stuttgart

Pipelinedaten

Bauzeit: 08/2003-06/2006

Rohrleitungslänge: 98,3 km

Durchmesser: 273 mm

Wanddicken: 8 bzw. 10 mm

Geschweißtes Stahlrohr L290 NB mit Polypropylenummantelung und z.T. Faserzementummantelung

Gesamtdurchsatz: 250 m³/h

Regelüberdeckung: 1,20 m

Fördermedien: Kerosin, Dieselkraftstoffe, Benzin

Gesamtbaukosten: ca. 43,4 Mio. Euro